Hi Liebe Freunde, Familie, Bekannte, Kollegen!
Vor nicht allzu langer Zeit war ich dem Tode sehr nah und diese Aktion hat mich sehr zum nachdenken gebracht und es ist schwer zu beschreiben was diese Erfahrung in mir ausgewirkt hat, aber aufjedenfall hat sie mich verändert.
Es liegt mir sehr am Herzen Euch allen diese Message mit einer kleinen Botschaft mitzuteilen. Das Leben ist viel zu kostbar um es zu verschwenden, und das habe ich wohl leider bisher gemacht. Als Bsp.: Die Familie wurde schon lange vernachlässigt und als selbstverständlich gesehen. Man denkt im Leben oft ans Geld, ist im Druck, Stress oder hat Probleme die eigentlch gar keine Probleme sind, weil es uns ja eigentlich gut geht, und vergisst dabei auch wirklich glücklich zu sein, zu schätzen und dankbar zu sein für das was man hat.
Mittlerweile schätze ich jede Sekunde meines Lebens und bin froh, dass Ihr in welcher Art auch immer, ein Teil meines Lebens seit.
Weil einige Leute dabei waren, die Story sich in Keisen ziemlich schnell herumgesprochen hat, ich deshalb sehr oft gefragt werde was passiert ist und es schon einwenig anstrengend ist mich immer wieder zu wiederholen, hier nochmal die Zusammenfassung meines Unfalls.
Samstag 01.09.07, nachdem wir in der Passage gefeiert haben, auf dem Weg zum Moulin Rouge, sind uns 2 Türken angegangen.(Behaupte ich deshalb weil sie so ausgesehen haben und ein Freund meinte, dass sie miteinander türkisch gesprochen haben) Ich wollte dem ersten die Hand geben um ihn zu beruhigen und die Sache diplomatisch zu lösen, wurde jedoch mit einem Tritt angegriffen. (Zu diesem Zeitpunkt hätte ich diesen Tritt noch ignoriert, denn ich war viel zu gut drauf um einen Streit anfangen zu wollen.)
Ein Mädchen unserer Gruppe ist dazwischen gegangen um den Türken anzuschrein, wurde jedoch gleich am Gesicht gepackt und zu Boden gestoßen. Der Freund von ihr stand daneben und musste natürlich eingreifen, und ich auch. Die Sache eskalierte und plötzlich hatte ich ein Messer in der Brust, dass durch mein Brustbein in den Lungenraum drang. In dem Moment war ich sehr geschockt, spürte den Schmerz des Stiches nicht, sah aber das der Täter versuchte mich nocheinmal zu stechen. Zum Glück bin ich früh genug ausgewichen und weggesprungen.
Nachdem ich einen kleinen Sicherheitsabstand hatte, ist der zweite Täter auf mich losgegangen. Ich deutete auf die Wunde und auf das Blut das rauskam und sagte nervös: Hey ich hab einen Stich in die Brust bekommen, was willst du von mir. Er antwortete mit einem Headbut und einem schlag in mein Gesicht.
Ich habe darauf nicht reagieren können, wie gesagt ich habe den Schmerz auch nicht gespürt, war mit den Gedanken total wo anders, drückte einfach die Wunde zu, lief auf die Straße und stieg in ein Taxi ein, dass gerade vorbeifuhr, um so schnell wie möglich ins AKH zu kommen.
Anfangs mit der Hand, später mit einem Taschentuch versuchte ich die Wunde so fest wie möglich zuzudrücken um eine Verblutung zu verhindern. Mit der Zeit wurde ich schwächer und Gott sei Dank war meine Freundin Jackie dabei, die nachdem ich ihr das gesagt habe, ihre Hand auf meine Hand drückte. Mein einziger Gedanke war, bis ich in Sicherheit bin, nicht einzuschlafen.
Im AKH angelangt wurden wir sofort behandelt.
Die Lunge war schon etwas zusammengefallen und der Arzt meinte er müsste mir seitlich bei den Rippen eine Öffnung aufschneiden um einen Schlauch einzuführen, weil da wo sich eingentlich Vakuum befinden sollte, Blut und Luft eingedrungen ist und die Lunge deshalb immer mehr zusammenfällt. Ich wollte ein SChlafmittel bzw. unter Narkose gesetzt werden, bekam aber nichts weil,
der Arzt meinte dass, wenn ich jetzt einschlafe das Riskiko zu hoch ist nicht mehr aufzuwachen.
Nach ca. 3 Stunden Behandlung war die Entwarnung und ca. 15 Stunden unter Beobachtung im Schockraum wurde ich dann in die Station gebracht. 5 Tage lang lag ich im Bett und hatte den Schlauch in mir. Nach dem 7. Tag wurde ich entlassen und muss jetzt 4-6 Wochen Pause machen. In dieser Zeit hat man sehr viel Zeit um nachzudenken. Die Kriminalpolizei hat sich eingeschaltet,
konnte die Täter bis jetzt jedoch noch nicht fassen.
Die Ärzte meinen ich hatte Glück im Unglück. Das Messer ist beim Stich durch das Brustbein in den Lungenraum gerutscht und nicht zum Herzen.
Mehr als Narben werden am Ende zum Glück nicht mehr bleiben.

also Vietha… mein Beileid und ich hoffe, dass die Typen so schnell wie möglich gefangen und gerecht bestraft werden!!!